Nackte Gewalt http://nacktegewalt.blogsport.de Die Übermacht der Verhältnisse und die Sprachlosigkeit der Kritik Tue, 27 Jan 2015 22:42:28 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Zur Kritik von Hartz IV http://nacktegewalt.blogsport.de/2015/01/28/zur-kritik-von-hartz-iv/ http://nacktegewalt.blogsport.de/2015/01/28/zur-kritik-von-hartz-iv/#comments Tue, 27 Jan 2015 22:40:10 +0000 Administrator Allgemein http://nacktegewalt.blogsport.de/2015/01/28/zur-kritik-von-hartz-iv/ Ein Hinweis auf zwei Veranstaltungen. Die erste:

Hartz I-IV = Armut per Gesetz
ein Vortrag von Marcel Kallwass, ehemaliger Student der Bundesagentur für Arbeit

Die Armut ist gewachsen, das verdanken wir unter anderem den Hartz-Gesetzen. Die maßgeblich ausführenden Institutionen der Gesetze sind die Jobcenter und Arbeitsagenturen. Den staatlichen Institutionen zufolge sind die Betroffenen selbst schuld daran, dass sie keinen Job haben. Erwerbslose sollen alles mögliche tun, um einen zumeist prekären Job zu bekommen: Daten preisgeben, Bewerbungen schreiben ohne Ende, an sinnlosen Maßnahmen teilnehmen und 1€-Jobs machen.

Im Alltag treffen Erwerbslose auf Vertreter*innen der Bürokratie, die je nach Laune und Charakter die Gesetze auslegen, oftmals sogar die darin stehenden Rechte für Erwerbslose verweigern. Die Beschäftigten der Behörden üben allein durch die Umsetzung der Gesetze strukturell Gewalt auf die Erwerbslosen aus und schränken damit die Freiheit massiv ein.

Auf der anderen Seite beschweren sich die Beschäftigten über hohen Leistungsdruck. Tatsächlich werden sie Behördenintern mit immer höheren Zielvorgaben unter Druck gesetzt. Zudem sind viele der Angestellten befristet eingestellt und damit leicht erpressbar im Sinne der Behörden.

In dem Vortrag wird Marcel Kallwass besonders auf den Zusammenhang zwischen Behördenablauf und Umgang mit Erwerbslosen eingehen. Als ehemaliger Student der Hochschule der Bundesagentur kann er zudem über die dortige Lehrpraxis und das Milieu des Nachwuchses berichten.

5. Februar 2015 – – – 19:30 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin
Unter den Linden 6 – – – Raum 2097

Und noch ein Vortrag:

Anmerkungen zur Kritik an Hartz IV und zur Geschichte des deutschen Sozialstaats
Vortrag von Lukas Holfeld, Mitglied des Bildungskollektivs

Zehn Jahre ist es her, dass das vierte Hartz-Gesetz in Kraft trat. Die Agenda 2010, die Hartz-Gesetzgebung und die damit verbundene Umstrukturierung von Sozialstaat und Arbeitsmarkt gehören zu einem der folgenreichsten Projekte eines Klassenkampfes von oben. Während Deutschland in den 90′ern noch als „kranker Mann Europas“ bezeichnet wurde, nimmt man sich heute in Europa ein Beispiel an seiner Sozialgesetzgebung. Demgegenüber ist es in gesellschaftskritischen Kreisen relativ ruhig um Hartz IV geworden. Aus diesem Grund möchte der Vortrag einige grundlegende Gedanken zu Hartz IV und dem deutschen Sozialstaat entwickeln und nach den Grundlagen einer adäquaten Kritik fragen. Von linker Seite wird oftmals die Kritik formuliert, Hartz IV sei eine Demontage des Sozialstaats gewesen. Dies mag dahingehend richtig sein, dass die staatlichen Transferleistungen mit Hartz IV erheblich gekürzt wurden und sich damit die Reproduktionsbedingungen von Arbeitslosen und Lohnabhängigen verschlechtert haben. Andererseits wurden mit Hartz IV jedoch wesentliche Funktionen des Sozialstaats – insbesondere die Kontrolle derjenigen, für die das Kapital keine unmittelbare Vernutzungsmöglichkeiten hat – ausgebaut. Deshalb, so eine These des Vortrags, muss die Kritik an Hartz IV eine Kritik des Sozialstaats als solchem beinhalten. Der Vortrag hat nicht den Anspruch einer umfassenden Abhandlung, sondern möchte einige Thesen zur Diskussion stellen.

12. Februar 2015 – – – 19:30 Uhr
Schankwirtschaft Laidak
Neukölln – – – Boddinstraße 42/43

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Mitschnitte http://nacktegewalt.blogsport.de/2014/05/10/mitschnitte-2/ http://nacktegewalt.blogsport.de/2014/05/10/mitschnitte-2/#comments Sat, 10 May 2014 18:06:55 +0000 Administrator Allgemein http://nacktegewalt.blogsport.de/2014/05/10/mitschnitte-2/ Den Vortrag und die Diskussion von Felix Riedel unter dem Titel »Dass nichts Ähnliches geschehe – Kritische Theorie nach der Wiederholung« in der Veranstaltungsreihe zu »20 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda« gibt es zum Nachhören. Gedankt wird dem Audioarchiv für Aufnahme, Bearbeitung und Bereitstellung.

Vortrag »Kritische Theorie nach der Wiederholung«

Diskussion »Kritische Theorie nach der Wiederholung«

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Kritische Theorie des Antiziganismus http://nacktegewalt.blogsport.de/2014/05/04/kritische-theorie-des-antiziganismus/ http://nacktegewalt.blogsport.de/2014/05/04/kritische-theorie-des-antiziganismus/#comments Sun, 04 May 2014 12:57:07 +0000 Administrator Allgemein http://nacktegewalt.blogsport.de/2014/05/04/kritische-theorie-des-antiziganismus/ Ein Hinweis auf eine Veranstaltung:

Kritische Theorie des Antiziganismus
Vortrag von Nico Bobka

»Die Juden sind die heimlichen Zigeuner der Geschichte«, schrieb Theodor W. Adorno in einem Brief an Max Horkheimer. Die Gedanken, die Adorno um diese These herum entfaltet, erschienen ihm »so waghalsig«, dass er sich nicht traute, sie jemand anderem als Horkheimer zu zeigen. Dennoch konnte er sich des Gefühls nicht erwehren, mit diesen fragmentarischen Überlegungen ein wichtiges Motiv erkannt zu haben, das eine »zugleich einheitliche und nicht rationalistische Erklärung des Antisemitismus« erlaubt. Was Adorno erkannt zu haben meinte, betrifft unweigerlich auch eine erst noch auszuformulierende kritische Theorie des Antiziganismus: die gemeinsamen, archaischen Züge, die ihre Ursache in einem sehr frühen Stadium der Geschichte der Menschheit haben. Das Aufgeben des Nomadentums, die mit dem Sesshaft-Werden zusammenfallende Arbeit und aller damit verbundene Triebverzicht seien eines der schwersten Opfer gewesen, die die Geschichte der Menschheit auferlegt habe. Das Bild der Juden als »Zigeuner der Geschichte«, damit das Bild der Zigeuner überhaupt, repräsentiert das eines Zustands der Menschheit, der die Arbeit nicht gekannt hat; »Zigeuner« gelten als diejenigen, die den schmerzlichen Prozess der Zivilisation verschmäht oder nur unzureichend vollzogen haben, die sich nicht dem Primat der Arbeit unterwerfen haben lassen. Je mehr die zur zweiten Natur gewordene Welt der Sesshaftigkeit, als eine der Arbeit, die Unterdrückung reproduziert, desto mehr scheinen sich die Zivilisierten den Gedanken an einen nomadischen Zustand des Glücks, so unglücklich dieser selbst auch sein mag, nicht mehr erlauben zu dürfen. Im Vortrag soll fragmentarisch dargestellt werden, dass der Antiziganismus also nicht in der wie verzerrt auch immer wahrgenommenen Lebensrealität der Roma wurzelt. Im Anschluss an Franz Maciejewskis psychoanalytische Überlegungen soll der Antiziganismus auf den Begriff gebracht werden: als ein Antiziganismus ohne Sinti und Roma – nicht jedoch ohne »Zigeuner«. Der Begriff des »Zigeuners« kann kritischer Theorie nicht etwa Anlass sprachpolitischer Interventionen sein, sondern gilt ihr vielmehr als Ausgangspunkt für eine zu reflektierende Urgeschichte des Antiziganismus; eine Urgeschichte der Gattung, die noch in jeder individuellen Entwicklung wiederholt wird. So wird sich herausstellen, dass der »Zigeuner« kein Konstrukt ist, sondern vielmehr materielles Produkt des Zivilisationsprozesses, das sich im Unbewussten der Subjekte niedergeschlagen hat. Der »Zigeuner« wäre somit der Deckname für in die Außenwelt projizierte, dem Bewusstsein verborgene, tabuisierte und verleugnete Selbstanteile der Antiziganer; und der Antiziganismus wäre der niemals endende Versuch, am Objekt der Projektion die eigenen zivilisatorischen Zurichtungen nachzuahmen und zu vollenden.

9. Mai 2014 – – – 19:30 Uhr
Sputnik – – – Charlottenstraße 28 / Potsdam

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20 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda http://nacktegewalt.blogsport.de/2014/04/10/20-jahre-nach-dem-voelkermord-in-ruanda/ http://nacktegewalt.blogsport.de/2014/04/10/20-jahre-nach-dem-voelkermord-in-ruanda/#comments Thu, 10 Apr 2014 17:15:10 +0000 Administrator Allgemein http://nacktegewalt.blogsport.de/2014/04/10/20-jahre-nach-dem-voelkermord-in-ruanda/ Ein Hinweis auf eine Veranstaltungsreihe zu dem Thema »20 Jahre nach dem Völkermord in Ruanda« an der Humboldt Universität Berlin.


Handschlag mit dem Teufel. General Roméo Dallaire und der Völkermord in Ruanda

Dokumentarfilm (2014) mit kurzer Einführung

Der Film zeigt die tragische Geschichte von General Roméo Dallaire, der 1994 als Kommandant der UN-Friedensmission in Ruanda gezwungen war, machtlos den Mord an über 800.000 Tutsis und moderaten Hutus in weniger als 100 Tagen anzusehen. Die internationale Gemeinschaft sah währenddessen untätig weg und verweigerte ihre Unterstützung. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bericht und Buch Roméo Dallaires und verwendet Aufnahmen aus dem Jahre 1994 wie der ersten Rückkehr von Dallaire nach Ruanda 2004.

22. April 2014 – – – 19:30 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin
Unter den Linden 6 – – – Raum 3038

Ruanda und die Folgen – Anatomie eines Völkermords
Vortrag von Hans Christoph Buch (Berlin / Erzähler, Essayist, Reporter)

Am 6. April 1994 wurde ein Flugzeug, das sich im Landeanflug auf Kigali, die Hauptstadt des zentralafrikanischen Staates Ruanda, befand, von zwei Boden-Luft-Raketen abgeschossen. An Bord waren sowohl der Staatspräsident von Ruanda als auch der des südlichen Nachbarlandes Burundi. Der Sender RTLM spielte Bruckners 7. Sinfonie. Es war der Auftakt für einen grausamen Genozid. Bis Mitte Juli des Jahres wurden über 800.000 Tutsis und moderate Hutus ermordet. Doch die Folgen des Völkermords dauern bis heute – wie die Situation im Kongo zeigt.
Hans Christoph Buch berichtet seit Jahren aus afrikanischen Krisenregionen, er hat zahlreiche Bücher über Afrika veröffentlicht. Sein Roman »Kain und Abel in Afrika« ist eine literarische Auseinandersetzung mit Ruanda.

24. April 2014 – – – 19:30 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin
Dorotheenstraße 26 – – – Raum 207

Dass nichts Ähnliches geschehe – Kritische Theorie nach der Wiederholung
Vortrag von Felix Riedel (Marburg / Ethnologe und Autor)

Das Paradigma von der Singularität von Auschwitz erfuhr eine essentialistische Dekontextualisierung, die paradoxe Ideologien der Nichtintervention erzeugte. Nicht zur Beunruhigung dient die Rede von der Singularität mehr, sondern zur Beruhigung. Was es für Kritische Theorie heute bedeutet, dass Auschwitz sich nicht als Kopie wiederholen kann, sich aber als allzu »Ähnliches« mehrfach wiederholte, wird an einigen Ideologemen aufgezeigt, die in der vermeintlichen oder tatsächlichen Tradition Kritischer Theorie entstanden. Der Genozid in Ruanda stellt konventionelle marxistische Ableitungen ebenso in Frage, wie er die extreme Kränkung produzierte: Dass Gesellschaftskritik – als notorisch unorganisierte oder in Einzelwissenschaften wie »genocide studies« und »holocaust studies« neutralisierte – in den Jahrzehnten nach Auschwitz nicht einmal Genozide ähnlichen Ausmaßes vorab zu bestimmen und zu verhindern wusste.

25. April 2014 – – – 19:30 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin
Dorotheenstraße 26 – – – Raum 207

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Konferenz Kritische Theorie http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/11/26/konferenz-kritische-theorie/ http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/11/26/konferenz-kritische-theorie/#comments Tue, 26 Nov 2013 19:47:47 +0000 Administrator Allgemein http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/11/26/konferenz-kritische-theorie/ Verwiesen sei auf die Konferenz »Kritische Theorie. Eine Erinnerung an die Zukunft«, die vom 29. November bis zum 1. Dezember an der Humboldt Universität zu Berlin stattfindet. Weitere Information auf der Website.

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Politischer Islam und Kulturdialog mit dem Iran http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/11/17/politischer-islam-und-kulturdialog-mit-dem-iran/ http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/11/17/politischer-islam-und-kulturdialog-mit-dem-iran/#comments Sun, 17 Nov 2013 18:58:46 +0000 Administrator Allgemein http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/11/17/politischer-islam-und-kulturdialog-mit-dem-iran/ Verwiesen sei auf eine Tagung am 23. November 2013 an der Humboldt Universität zu Berlin, die unter dem Titel »Politischer Islam und Kulturdialog mit dem Iran. Tagung zum Verhältnis von Kultur, Politik, Gewalt und Islam« stattfindet.

Die Ta­gung soll einen kri­ti­schen Ein­blick ver­schaf­fen so­wohl in in­ne­ris­la­mi­sche theo­re­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die sich um die Frage der Le­gi­ti­mi­tät po­li­ti­scher Ge­walt dre­hen, als auch be­leuch­ten, wie diese Aus­ein­an­der­set­zun­gen in sä­ku­la­ri­sier­ten, post­mo­der­nen Ge­sell­schaf­ten, bei­spiels­wei­se der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, ge­führt wer­den. Vor die­sem Hin­ter­grund wer­den Ana­ly­sen vor­ge­stellt, die sich – am Bei­spiel des Kul­tur­di­alogs mit dem ira­ni­schen Re­gime und des Ge­schlech­ter­ver­hält­nis­ses im Iran – kon­kret der ak­tu­el­len kul­tu­rel­len und po­li­ti­schen Lage so­wohl in Deutsch­land als auch dem Iran wid­men. Au­ßer­dem sol­len die engen Ver­bin­dun­gen dar­ge­stellt und un­ter­sucht wer­den, die auf allen ge­sell­schaft­li­chen Ebe­nen mit dem ira­ni­schen Re­gime be­ste­hen.

Das Programm ist auf der Seite von Zweifel & Diskurs zu finden, ebenso auf Facebook.

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Zur Wohnungsfrage und Zum Elend des Studentenmilieus http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/11/03/zur-wohnungsfrage-und-zum-elend-des-studentenmilieus/ http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/11/03/zur-wohnungsfrage-und-zum-elend-des-studentenmilieus/#comments Sun, 03 Nov 2013 17:23:18 +0000 Administrator Allgemein http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/11/03/zur-wohnungsfrage-und-zum-elend-des-studentenmilieus/ Hingewiesen sei auf zwei Veranstaltungen, die an der Humboldt Universität zu Berlin stattfinden. (PS: Die Reihenfolge der Veranstaltungen wie der Raum am Donnerstag haben sich geändert und sind nun wie unten stehend.)

Elend des Studentenmilieus

1966 wurde in Straßburg eine Flugschrift verbreitet, deren Titel »Über das Elend im Studentenmilieu – betrachtet unter seinen ökonomischen, politischen, sexuellen und besonders intellektuellen Aspekten und über einige Mittel, diesem abzuhelfen« lautete. Die Kritik des studentischen Bewusstseins und dessen Erscheinung im »lifestyle« ist heute ebenso nötig wie vor über vier Jahrzehnten. Dort hieß es: »Wie ein stoischer Sklave glaubt der Student sich umso freier, je mehr alle Ketten der Autorität ihn fesseln. Genau wie seine neue Familie, die Universität, hält er sich für das gesellschaftliche Wesen mit der größten ›Autonomie‹, während er doch gleichzeitig und unmittelbar von den zwei mächtigsten Systemen der sozialen Autorität abhängt: der Familie und dem Staat. Er ist ihr ordentliches und dankbares Kind.« Dass das studentische Bewusstein sich ganz im Einklang mit der gesellschaftlichen Tendenz dem Ideal der Infantilität, der Eskamotierung des Bewusstseins, annähert und so das ideale Konkurrenzsubjekt wird, geht einher mit dem verbissenen »fun«, der von den Studentenpartys bis zur Universität als Spielplatz und als Catwalk, propagiert wird. Die Veranstaltung wird sich diskutierend der Kritik des Elends des Studentenmilieus widmen.

7. November 2013 – – – 18:30 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin
Unter den Linden 6 – – – Raum 3038

Zur Wohnungsfrage

Die Wohnungsfrage ist in aller Munde – auch an der Universität. Proteste werden initiiert, Bündnisse geschlossen, Aktionswochen veranstaltet, Wink-Elemente gebastelt, Demonstrationen organisiert. Hatte schon Engels 1873 die kleinbürgerliche Kritik der Wohnungsnot, namentlich von Proudhon vertreten, kritisieren müssen, so ist dies heute nicht weniger nötig. Wenn sich Studierende gegen zu hohe Mieten zusammen schließen, um Forderungen an den Staat zu stellen, erweist sich der sogenannte Protest als Präsentation der Staatsbürgertugenden in sozialdemokratischer Tradition. Dies scheint auch mit einem fehlenden Begriff des Gegenstandes zusammenzuhängen. Zwar wird bei den Protestgrüppchen auch ein Zusammenhang von Wohnungsnot und Kapitalismus behauptet, aber weder nachvollzogen noch kritisiert, sodass der theoretischen Blindheit auch die politische folgt: Die Flucht zum starken Souverän, der vorm mysteriösen Kapital schützen soll. In der Veranstaltung hingegen geht es um die begriffliche Kritik, die Darstellung des Zusammenhangs der Ökonomie von Grund, Boden und Miete.

8. November 2013 – – – 18:30 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin
Dorotheenstraße 26 – – – Raum 207

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Vortrag VI http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/07/15/vortrag-vi/ http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/07/15/vortrag-vi/#comments Sun, 14 Jul 2013 22:38:15 +0000 Administrator Allgemein http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/07/15/vortrag-vi/ »Sagen, was sich eigentlich nicht sagen lässt«. Über Sprachlosigkeit und materialistische Sprachkritik

Immer wieder wurde in der Moderne ein Verlust, Verarmen oder Scheitern der Sprache diagnostiziert. Die Avantgarden reagierten auf den Ersten Weltkrieg mit der programmatischen Zertrümmerung der Sprache. Im Angesicht des jeglichen kategorialen Rahmen sprengenden Holocausts sowie der Kontaminierung besonders der deutschen Sprache kämpfte Gesellschaftskritik mit einem Problem, dem Paul Celan lyrischen Ausdruck gab: »Welches der Worte du sprichst – / du dankst / dem Verderben.« Gegenwärtig leidet das kritische Ausdruckspotential der Sprache sowohl unter der maßlosen konstruktivistischen Überschätzung ihrer Wirkmacht als auch unter einer sprachlichen Inflation, die sich in einem postmodernen Jargon der Beliebigkeit, der Akademisierung von Kritik etc. niederschlägt. Die Erfahrung der Sprachlosigkeit verweist auf ein grundlegendes sprachphilosophisches Problem: man kann, was selbst nicht begrifflicher Natur ist, immer nur mit Begriffen ausdrücken. Doch die Reflexion auf die Grenzen der Sprache war immer wieder Anlass für Versuche, dem Verstummen etwas entgegenzusetzen. Ausgehend von der gesellschaftskritischen Einsicht, »dass die Sprache die Sprechenden nochmals einsperrt; dass sie als deren eigenes Medium eigentlich misslang« (Adorno) fragt Sprachkritik immer auch nach den Ausdruckspotentialen, die der Verdinglichung und Zurichtung der Sprache noch zu entreißen sind. Nur über die immanente Kritik der Sprache, die sich der ideologischen Funktion von Begriffen und Metaphern, Sätzen und Urteilen, schließlich dem stets drohen »Aufbruch der Phrase zur Tat« (Karl Kraus) widmet, lässt sich die Frage nach einer Sprache der Kritik stellen. Das möchte der Vortrag tun, indem er Elemente einer ideologiekritisch motivierten, materialistischen Begriffs- und Metaphernkritik diskutiert.

Sebastian Tränkle

18. Juli 2013 – – – 19:30 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin
Unter den Linden 6 – – – Raum 2002

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Vortrag V http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/07/06/vortrag-v/ http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/07/06/vortrag-v/#comments Sat, 06 Jul 2013 14:42:27 +0000 Administrator Allgemein http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/07/06/vortrag-v/ »Wirf‘ weg, damit Du gewinnst«. Metaphysik bei Adorno

Der Vortrag muss leider ausfallen und wird bei Gelegenheit nachgeholt werden.

Eine Übersicht über alle weiteren Veranstaltungen gibt es hier und auf Facebook.

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Votrag IV & Tagesseminar II http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/06/29/votrag-iv-tagesseminar-ii/ http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/06/29/votrag-iv-tagesseminar-ii/#comments Sat, 29 Jun 2013 12:23:40 +0000 Administrator Allgemein http://nacktegewalt.blogsport.de/2013/06/29/votrag-iv-tagesseminar-ii/ Kalkül und Wahn, Vertrauen und Gewalt. Vor dem Ausnahmezustand des Kpaitals

Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. Gleichwohl: Die Gesellschaft der totalen Konkurrenz ist in heller Panik, sie wird sich zersetzen und zerstören. Unmöglich noch kann sie die Bedingung der Möglichkeit ihrer eigenen Existenz aus sich selbst heraus reproduzieren: der vollendet autistische Selbstbezug des Kapitals, die losgelassene Akkumulation um der Akkumulation willen, die »Plusmacherei« (Marx) rutscht ins historische Minus, zerbricht an sich und eben daran, dass die Gesellschaftlichkeit der Individuen als Subjekte bloß auf dem generalisierten Ausschluss aller durch alle gründet, der, eben in den Formen von Wert, Geld, Kapital den totalen Einschluss stiftet, d.h.: die gesellschaftliche Synthesis als vollendet negative. Das ist gewiss paradox: die unbedingte gesellschaftliche Einheit in der Form des totalisierten Atomismus; ein Paradox jedoch, das im Geld dingliche Gewalt annimmt und als »logisches Rätsel« (FAZ) erscheint. In der Panik wird sich die falsche Gesellschaft ihres eigenen Widersinns inne, allerdings in einer nur noch verrückteren Form, einer Form, die das bankrotte Kalkül der Ökonomie vermittels des Wahns der Politik zu therapieren verspricht, tatsächlich zu überbieten sucht: der Form eines paranoiden Souveräns, der den Triumph des Willens über den kapitalen Sachzwang beschwört und so gerade die »Angst vor dem Chaos« schürt, darin die Flucht nach vorn anpeitscht und so auf den autoritären Staat provoziert, auf den Ausnahmezustand, d.h. auf die ursprünglich faschistische Situation: denn nichts anderes ist der »Preis des Marktes« als das politisch, vermittels des Gewaltmonopols auf Leben und Tod erzwungene Opfer der Individuen.

Joachim Bruhn

5. Juli 2013 – – – 19:30 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin
Dorotheenstraße 26 – – – Raum 207

Anmeldungen für das Tagesseminar »Kritik und Krise. Der Anfang des Marxschen Kapitals und das Ende der kapitalisierten Gesellschaft« am 6. Juli mit Joachim Bruhn bitte per Mail. Die Adresse findet sich unter Kontakt.

Eine Übersicht über alle weiteren Veranstaltungen gibt es hier und auf Facebook.

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