Zur Wohnungsfrage und Zum Elend des Studentenmilieus

Hingewiesen sei auf zwei Veranstaltungen, die an der Humboldt Universität zu Berlin stattfinden. (PS: Die Reihenfolge der Veranstaltungen wie der Raum am Donnerstag haben sich geändert und sind nun wie unten stehend.)

Elend des Studentenmilieus

1966 wurde in Straßburg eine Flugschrift verbreitet, deren Titel »Über das Elend im Studentenmilieu – betrachtet unter seinen ökonomischen, politischen, sexuellen und besonders intellektuellen Aspekten und über einige Mittel, diesem abzuhelfen« lautete. Die Kritik des studentischen Bewusstseins und dessen Erscheinung im »lifestyle« ist heute ebenso nötig wie vor über vier Jahrzehnten. Dort hieß es: »Wie ein stoischer Sklave glaubt der Student sich umso freier, je mehr alle Ketten der Autorität ihn fesseln. Genau wie seine neue Familie, die Universität, hält er sich für das gesellschaftliche Wesen mit der größten ›Autonomie‹, während er doch gleichzeitig und unmittelbar von den zwei mächtigsten Systemen der sozialen Autorität abhängt: der Familie und dem Staat. Er ist ihr ordentliches und dankbares Kind.« Dass das studentische Bewusstein sich ganz im Einklang mit der gesellschaftlichen Tendenz dem Ideal der Infantilität, der Eskamotierung des Bewusstseins, annähert und so das ideale Konkurrenzsubjekt wird, geht einher mit dem verbissenen »fun«, der von den Studentenpartys bis zur Universität als Spielplatz und als Catwalk, propagiert wird. Die Veranstaltung wird sich diskutierend der Kritik des Elends des Studentenmilieus widmen.

7. November 2013 – – – 18:30 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin
Unter den Linden 6 – – – Raum 3038

Zur Wohnungsfrage

Die Wohnungsfrage ist in aller Munde – auch an der Universität. Proteste werden initiiert, Bündnisse geschlossen, Aktionswochen veranstaltet, Wink-Elemente gebastelt, Demonstrationen organisiert. Hatte schon Engels 1873 die kleinbürgerliche Kritik der Wohnungsnot, namentlich von Proudhon vertreten, kritisieren müssen, so ist dies heute nicht weniger nötig. Wenn sich Studierende gegen zu hohe Mieten zusammen schließen, um Forderungen an den Staat zu stellen, erweist sich der sogenannte Protest als Präsentation der Staatsbürgertugenden in sozialdemokratischer Tradition. Dies scheint auch mit einem fehlenden Begriff des Gegenstandes zusammenzuhängen. Zwar wird bei den Protestgrüppchen auch ein Zusammenhang von Wohnungsnot und Kapitalismus behauptet, aber weder nachvollzogen noch kritisiert, sodass der theoretischen Blindheit auch die politische folgt: Die Flucht zum starken Souverän, der vorm mysteriösen Kapital schützen soll. In der Veranstaltung hingegen geht es um die begriffliche Kritik, die Darstellung des Zusammenhangs der Ökonomie von Grund, Boden und Miete.

8. November 2013 – – – 18:30 Uhr
Humboldt Universität zu Berlin
Dorotheenstraße 26 – – – Raum 207